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Presse und Kommentare



Schreiben an den Verlag vom 11. September 2008

„… das muss ich doch loswerden, was für ein hervorragendes Buch, das Kind im Glas! Roman, Krimi, Stadterkundung ... Hatte alles liegen und stehen lassen, um es zu Ende zu lesen. Der Fötus wurde nicht als Schocker eingesetzt, entwickelte seine eigene Geschichte mit einer für mich hochinteressanten Auflösung. Ob man das eine oder andere vorher ahnt, finde ich völlig nebensächlich … “



Lesung am 6. November in der Stadtbibliothek Versmold
Burkhard Hoeltzenbein schrieb im Westfalenblatt


„Der Vortrag lebt von seinen mit jedem Satz die einzelnen Personen schärfer zeichnenden Beschreibungen. Sie geben sachte Hinweise zu dem immer komplizierter werdenden Beziehungsgeflecht der handelnden Romanfiguren, die er genussvoll mit körperlichen und charakterlichen Schwächen nachzeichnet.“



Sibylle Haseke: Taschenbuchtipp für WDR 4/30. Dezember 2008
„Die beschaulichen Feiertage liegen hinter uns, da können wir es wagen, in unserem Buchtipp heute mal einen ziemlich harten Krimi vorzustellen. ‚Das Kind im Glas‘ von Heinrich-Stefan Noelke ist nichts für Zartbesaitete, sondern eher für diejenigen Leser unter Ihnen, die auch vor den düsteren Facetten des Lebens nicht zurückschrecken.
Ortwin Bentsen hat die Angewohnheit, keine Spuren zu hinterlassen. Jeder Raum und jeder Gegenstand, mit dem er in Berührung gekommen ist, wird akribisch gereinigt, alles, was auf ihn als Benutzer hinweisen könnte, wird entsorgt. Ein Tick, der auf Bentsens langjährige Tätigkeit als Polizist zurückgeht, denkt man; ganz klar. Dass der Mann in Wahrheit seit fast sechzig Jahren vor etwas wegläuft, das erfährt der Leser erst am Ende der Geschichte.
Ortwin Bentsen hat von seiner spanischen Frau Clara ein Vermögen geerbt. Seit sie vor zehn Jahren ausgerechnet bei jener Operation starb, die ihm das Leben rettete – Clara spendete ihrem Mann eine Niere –, hat Bentsen keinen Kontakt mehr zu den gemeinsamen Kindern. Er hat Deutschland den Rücken gekehrt und lebt seitdem zusammen mit seiner Schwägerin in Salamanca. Die beiden haben ein lockeres Liebesverhältnis miteinander, ansonsten sind Bentsens Tage die eines wohlhabenden Pensionärs, der seine Routine pflegt. Die meiste Zeit verbringt er auf dem Golfplatz.
Mit einem Schlag allerdings werden Bentsens Gepflogenheiten massiv gestört: Ruth aus Deutschland, mit der er Clara jahrelang betrogen hat, sucht auf einmal wieder seine Nähe. Im Golfclub steht sie plötzlich vor ihm, jung und strebsam, und voller Erwartungen.
Aber auch Nesto, ein Jugendfreund seiner Frau, den er quasi mitgeerbt hat, bringt ihn überraschend in Schwierigkeiten. Früher einmal war Nesto erfolgreich gewesen, mittlerweile aber ist er vollständig verarmt und seit langem auf Bentsens Unterstützung angewiesen. Ein Schicksalsschlag folgte dem nächsten und jetzt scheint das Fass für Nesto übergelaufen zu sein. In dem Wahn, sein Glück erzwingen zu können, entführt er einen reichen Unternehmer, wobei er den Tod mehrerer Menschen billigend in Kauf nimmt. Und als deutlich wird, dass er keine Chance hat, mit dem Lösegeld zu entfliehen, versteigt er sich in die Vorstellung, er müsse sich an all denen rächen, die für seinen Untergang verantwortlich sind. Dazu gehört auch die Deutsche Ruth, die Nestos Freundin und Gönnerin Clara unglücklich gemacht hatte, und dazu gehört vor allem Pablo, ein schwerstbehindertes Kind, von dem Nesto glaubt, der Vater zu sein. Durch Nestos Amoklauf wird Ortwin Bentsen gezwungen, seine ständige Distanziertheit aufzugeben, zu handeln und sich schließlich sogar seiner eigenen schuldbehafteten Vergangenheit zu stellen.
Wie Sie vermutlich ahnen, ist die Geschichte des Kriminalromans ‚Das Kind im Glas‘ keine einfache. Teilweise wirkt sie verwirrend und sprunghaft, am Ende allerdings klärt sich alles auf, düster und hart wie das gesamte Buch. Positive Stimmung herrscht eigentlich nur dann, wenn es um die spanische Lebensweise und geschilderte Streifzüge durch die schöne Stadt Salamanca geht. Ansonsten vermittelt der Krimi ein eher schonungsloses und tragisches Bild der Wirklichkeit. Keine leichte Kost, aber ungewöhnlich und lesenswert.“


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